Stall & Organisation

Verkaufsexposé für Pferde: Was hineingehört und was verkauft

Ein gutes Exposé bringt nicht mehr Anfragen — es bringt die richtigen. Und spart Besichtigungen, die von vornherein nicht passen.

Cabalgo Redaktion · 1. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Verkaufsexposé sollte Identifikation (Name, Alter, Rasse, Geschlecht, Stockmaß, Abstammung), Ausbildungsstand mit konkreten Lektionen, Gesundheitsangaben inklusive vorliegender AKU, Eignung und Preisvorstellung enthalten — dazu aussagekräftige Fotos und ein unbearbeitetes Video. Entscheidend ist Konkretheit statt Werbesprache: Angaben wie „A-fertig" sagen wenig, weil sie unterschiedlich ausgelegt werden.

Wozu ein Exposé eigentlich da ist

Die meisten Verkäufer denken beim Exposé an Werbung. Das ist der falsche Maßstab. Ein Exposé ist ein Filter: Es soll die Interessenten aussortieren, für die das Pferd ohnehin nicht passt, bevor sie zweihundert Kilometer anreisen.

Ein Verkaufsstall mit zehn Pferden und drei Besichtigungen pro Woche verliert schnell einen Arbeitstag — die meisten davon an Interessenten, die nach fünf Minuten wissen, dass das Pferd zwei Zentimeter zu klein ist oder nicht zum Reitniveau passt. Genau das verhindert ein gutes Exposé.

Die Pflichtangaben

Identifikation

Name, Geburtsjahr, Rasse, Geschlecht, Farbe, Stockmaß. Das Stockmaß bitte gemessen, nicht geschätzt — es ist die häufigste Ursache für vergebliche Anreisen. Dazu Abstammung über mindestens drei Generationen, weil sie nach Gesundheit der wichtigste Preisfaktor ist.

Ausbildungsstand

Hier trennt sich ein brauchbares Exposé von einem beliebigen. Schreibt konkret:

  • Welche Gangarten sind ausbalanciert geritten?
  • Welche Lektionen sitzen sicher — und welche sind im Aufbau?
  • Bis zu welcher Höhe wird gesprungen, und wie zuverlässig?
  • Wie verhält sich das Pferd im Gelände, allein und in Gesellschaft?
  • Erfahrung auf Turnieren, mit Platzierungen falls vorhanden

Pauschalen wie „A-fertig" oder „brav" bedeuten für jeden etwas anderes. Wer stattdessen beschreibt, was das Pferd tatsächlich kann, zieht weniger, aber deutlich passendere Anfragen an. Mehr dazu unter Ausbildungsstand.

Gesundheit

Liegt eine AKU vor, und von wann? Gibt es bekannte Befunde? Bestehen Besonderheiten bei Fütterung, Beschlag oder Haltung? Diese Angaben wegzulassen, verschiebt das Problem nur nach hinten — und wer gewerblich verkauft, kann die Gewährleistung ohnehin nicht ausschließen, wie im Beitrag zum rechtssicheren Pferdeverkauf beschrieben.

Eignung und Preis

Für wen ist das Pferd geeignet — Anfänger, fortgeschrittener Freizeitreiter, ambitionierter Turnierreiter? Und: eine Preisangabe oder zumindest eine Spanne. „Preis auf Anfrage" kostet Anfragen von genau den Leuten, die zahlen könnten, weil niemand gern nach dem Preis fragt.

Bilder und Videos

Hier wird am meisten falsch gemacht.

  • Ein sauberes Standbild von der Seite, ganzes Pferd im Bild, aufgestellt, auf ebenem Boden. Das ist das wichtigste Foto überhaupt, und es fehlt in den meisten Inseraten.
  • Aufnahmen aus allen drei Gangarten, von der Seite gefilmt.
  • Ein ungeschnittenes Video von mindestens ein bis zwei Minuten. Zusammengeschnittene Höhepunkte wecken Misstrauen — erfahrene Käufer fragen ohnehin danach.
  • Das Pferd beim Putzen, Verladen oder Hufe geben, wenn es dabei unkompliziert ist. Das interessiert Freizeitkäufer oft mehr als die Galoppqualität.

Was nicht funktioniert: Gegenlicht, tiefe Kameraperspektive von unten, unruhiger Hintergrund und Filter. Ein ehrliches Handyvideo bei gutem Licht schlägt jede aufwendige Produktion, die etwas kaschieren soll.

Warum Ehrlichkeit verkauft

Das klingt nach Moral, ist aber Rechnen. Ein beschöntes Exposé erzeugt mehr Anfragen, mehr Besichtigungen und mehr Absagen vor Ort — jede davon kostet einen halben Tag. Dazu das Risiko einer Rückabwicklung, wenn ein verschwiegener Umstand später auffällt.

Ein konkretes, ehrliches Exposé erzeugt weniger Anfragen mit deutlich höherer Abschlussquote. Und es baut Ruf auf: Verkaufsställe leben von Wiederkäufern und Empfehlungen, und beides entsteht nicht durch beschönigte Inserate.

Aus dem Pferdeprofil statt aus Word

Wer die Daten ohnehin je Pferd pflegt — Stammdaten, Abstammung, Gesundheit, Trainingsstand, Fotos — kann daraus ein Exposé erzeugen, statt für jede Anfrage neu zusammenzusuchen. Der Unterschied ist nicht nur Zeit: Aus einem gepflegten Profil kommen keine veralteten Preise und keine falschen Stockmaße.

Begriffe aus diesem Artikel

  • Abstammungsnachweis — Der Abstammungsnachweis dokumentiert die Vorfahren eines Pferdes über mehrere Generationen.
  • Ankaufsuntersuchung (AKU) — Die Ankaufsuntersuchung ist eine tierärztliche Untersuchung vor dem Kauf eines Pferdes.
  • Ausbildungsstand — Der Ausbildungsstand beschreibt, welche Lektionen und Anforderungen ein Pferd sicher beherrscht.
  • Verkaufsexposé — Ein Verkaufsexposé ist die strukturierte Verkaufsunterlage für ein Pferd.

Zum vollständigen Glossar →

Exposé per Klick statt in Word

Cabalgo erzeugt aus dem gepflegten Pferdeprofil ein PDF-Exposé mit Bildern, Abstammung und Leistungsdaten — direkt teilbar mit Interessenten, ohne dass jemand Daten neu abtippt.

Für Verkaufsställe ansehen

Häufige Fragen

Was gehört in ein Verkaufsexposé für ein Pferd?

Identifikation mit Name, Alter, Rasse, Geschlecht, Stockmaß und Abstammung, ein konkret beschriebener Ausbildungsstand, Gesundheitsangaben inklusive vorliegender AKU, die Eignung für eine bestimmte Reiterklientel sowie eine Preisangabe. Dazu aussagekräftige Fotos und ein ungeschnittenes Video.

Sollte man den Preis im Exposé nennen?

In der Regel ja, zumindest als Spanne. „Preis auf Anfrage" filtert nicht die Falschen aus, sondern schreckt zahlungsfähige Interessenten ab, die keine Lust auf ein Verhandlungsspiel haben. Eine Preisangabe qualifiziert Anfragen vor.

Welche Fotos und Videos brauchen Kaufinteressenten?

Ein sauberes Standbild von der Seite mit dem ganzen Pferd im Bild, Aufnahmen aus allen drei Gangarten und ein ungeschnittenes Video von ein bis zwei Minuten. Erfahrene Käufer fragen nach ungeschnittenem Material, weil zusammengesetzte Höhepunkte wenig aussagen.

Muss man bekannte Mängel im Exposé angeben?

Bekannte Vorerkrankungen und Besonderheiten sollten offengelegt werden. Arglistiges Verschweigen führt dazu, dass sich der Verkäufer auch auf einen sonst wirksamen Haftungsausschluss nicht berufen kann, und verlängert die Fristen erheblich. Geschäftlich ist Offenheit ohnehin der bessere Weg.

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